Unser Buch des Monats im August: Daniel Silva, Die Rembrandt Affäre.

Unser Buch des Monats im August: Daniel Silva, Die Rembrandt Affäre.

Es war sicher eine weise Vorahnung, die die Mutter des Protagonisten Gabriel Allon dazu brachte, ihren Sohn nach einem Erzengel zu benennen. Wenn wir uns vor Augen führen, dass Erzengel in der Kunst traditionell als Krieger dargestellt werden, scheint Gabriel dem Namen nach geradezu prädestiniert für eine Karriere als israelischer Geheimagent – selbstverständlich nur im Auftrag des Guten. Nach einem folgenreichen Zusammentreffen mit dem russischen Oligarchen Iwan Charkow, der Allons Frau entführte wobei sie ihr Baby verlor, will sich Allon eigentlich hauptsächlich um seine traumatisierte Frau kümmern und sich seinem anderen Beruf, dem als wahrscheinlich weltbester Restaurator, widmen.

Sommer der Diebstähle

Als Allon jedoch nach einer Reihe internationaler Kunstraube vom Diebstahl eines der Öffentlichkeit unbekannten Rembrandt-Gemäldes und der Ermordung des daran arbeitenden Restaurators Christopher Liddell erfährt, ist es vorbei mit dem ruhigen Alltag im pittoresken Cornwall. Gabriel Allon entpuppt sich als Meisterdetektiv, der von Amsterdam über Buenos Aires nach Genf reist, um die Herkunft des Porträts einer jungen Frau, wahrscheinlich Rembrandts Geliebter Hendrickje Stoffels, aufzudecken. Im Dritten Reich gegen das Leben eines jüdischen Mädchens eingetauscht, begann die Schreckensgeschichte des buchstäblich blutbefleckten Portraits. Es ist jedoch nicht allein der Wert des Gemäldes, der nun den Schweizer Privatbankier Martin Landesmann über Leichen gehen lässt, um es zu finden. Seit dem Zweiten Weltkrieg hütet die Dame ein Geheimnis, das Kriegsverbrechen der Nazis direkt mit Schweizer Banken in Verbindung bringt. Das einleitende Zitat „Hinter jedem großen Vermögen steckt ein großes Verbrechen“ von Honoré de Balzac, scheint sich, zumindest in dieser Geschichte, auf faszinierende Weise zu bewahrheiten. Ein Glück, dass die vereinten Geheimdienste Israels, Großbritanniens und der USA in gemeinsamer Mission gegen das Böse kämpfen.

Über den Autor

Dass der Amerikaner Daniel Silva (geboren 1960), bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, Auslandskorrespondent für CNN war, wirkt sich auf seine Romane aus, die er gründlich recherchiert und die auf aktuelle international relevante Themen eingehen. Treffsicher charakterisiert er seine Protagonisten und setzt nationale Klischeevorstellungen gezielt und humorvoll ein.

Schlusswort

Die „Rembrandt Affäre“ baut auf die Macht der Bilder, die, wie sich zeigt, weit Schlimmeres in Menschen hervorrufen kann als nur Kunstmarktpreise in die Höhe zu treiben. Es geht in diesem Buch  nicht nur um Kunst, sondern auch um Geschichte, Politik und internationale Beziehungen. Die Rembrandt Affäre macht vor allem Spaß und Lust auf mehr von Gabriel Allon und auch von Rembrandt. Wer Rembrandt auch gerne einmal selbst wie ein Detektiv unter die Lupe nehmen will, kann das ab dem 28. August 2013 in unserer Sammlungspräsentation „Rembrandt. Landschaftsradierungen aus dem Städel Museum“.

Daniel Silva, Die Rembrandt Affäre
Übersetzt von: Wulf Bergner
Piper Verlag GmbH, München 2012
Kartoniert, 480 Seiten
ISBN: 978-3-492-30292-0
9,99 Euro
Erhältlich im Städel Museumsshop