Mit der App durch die Dürer-Ausstellung im Städel.

Mit der App durch die Dürer-Ausstellung im Städel.

Als Nutzerin eines Smartphones mit Apps ist für mich deren Verwendung im Alltag zur Selbstverständlichkeit geworden: Regelmäßig schaue ich in die Wetter-App, dann kurz bei Facebook, verschicke Nachrichten und Fotos, checke mein Bankkonto oder scanne Produkte beim Einkaufen. Aus diesem Grund war es für mich als Mitarbeiterin des Städel besonders spannend die Konzeption einer ersten Ausstellungs-App in den verschiedenen Phasen ihrer Entstehung und Vollendung in Teilen zu begleiten und zu beobachten. Noch lange bevor alle Leihzusagen für die Werke der großen Dürer-Ausstellung eingetroffen waren, begannen die Planungen und Ideensammlungen zur Dürer-App. Welche Themen könnten interessant sein, welche Werke und Werkgruppen sind von besonderer Bedeutung, wie könnte man diese Themen auch für Kinder verständlich machen – und wie könnte die Umsetzung finanziert werden? Diese und viele weitere Fragen stellten sich die unterschiedlichen involvierten Mitarbeiter des Städel, darunter maßgeblich die Abteilung Bildung & Vermittlung, im vergangenen Jahr. Schnell war klar: Die App müsse nicht nur die Vielfalt der Ausstellung anhand der Hauptwerke vermitteln, sondern auch die technischen Innovationen Dürers und die Bandbreite der unterschiedlichen Medien aufzeigen.

Das Ergebnis kann jetzt in den App-Stores von Itunes und Android in zwei Versionen heruntergeladen werden. Die Gratisversion der App „Dürer im Städel“ enthält allgemeine Informationen zur Ausstellung sowie die interaktive Kindertour. Die für 3,59 Euro erhältliche Vollversion bietet zudem die komplette deutsch- und englischsprachige Audiotour für Erwachsene mit Bildergalerie und Texten zu jeder der 32 Stationen. Die App ersetzt keinen Ausstellungsbesuch, sie fungiert aber als idealer digitaler Begleiter und Helfer während des Rundgangs.

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Alles auf einem Blick: Die Dürer-App.

Audioguide – Hörvergnügen mit dem Smartphone

Insbesondere der auf der App erhältliche Audioguide – dessen Sprecher übrigens Schauspieler Heino Ferch ist – ermöglicht einen umfassenden und interessanten Besuch. Zu den einzelnen Werken werden Hintergründe, Wissenswertes und kunsthistorische Zusammenhänge erklärt. Wenn man es ganz genau wissen möchte, besteht die Möglichkeit zusätzlich weiterführende Texte zu lesen und Vergleichswerke anzusehen, sowie Lieblingsbilder als Favoriten zu markieren. Ganz persönlich fand ich besonders anregend, mit der App den Heller-Altar zu erkunden. Die App stellt bei diesem Altarwerk, dass im Städel erstmals wieder vollständig gezeigt wird, nicht nur die einzelnen Figuren wie Patrone und Stifter vor, sondern erklärt auch die besondere künstlerische Sorgfalt mit der Dürer den Altar gestaltete: Bis zu sechs Farbschichten legte Dürer für eine perfekte Bildwirkung übereinander. Sehr präzise und doch gut verständlich führt der Audioguide so durch die Ausstellung.

Dürer für Kinder – Ein interaktiver Besuch der Ausstellung

Während der Entstehung der App gab es von Anfang die Überlegung, auch einen Teil für Kinder zu erstellen, der kostenlos sein sollte. Ziel des Vermittlungsprogramms im Städel ist es, jeden Besucher mit seinen Fähigkeiten und Interessen abzuholen. Neben einem eigenen Audioguide, der – nebenbei bemerkt – auch für erwachsene Zuhörer nicht uninteressant ist, gibt es zu einzelnen Werken interaktive Sequenzen, kleine Spiele und kurze Filme. So wird in einer 3D-Animation die Gliederpuppe des Meisters IP zum Leben erweckt. Oder die Kinder können ganz wie der Meister ihr eigenes Monogramm gestalten.

Engagement für innovative Angebote

Natürlich stellte sich zu Beginn der Planungen der App die Frage, wie dieses Projekt finanziert werden könnte. Maßgeblich entscheidend für die weitere Konzeption und letztendliche Erstellung der App war hier das Engagement der Willy Robert Pitzer Stiftung, die sich für die Förderung von Kindern und Jugendlichen einsetzt. Ohne derartige Unterstützung ist es häufig nicht möglich zusätzliche und innovative Angebote wie eine App zu verwirklichen.