Henri Matisse, Blumen und Keramik, 1913

Die authentisch beschriebene, vier Generationen umfassende Familiengeschichte beginnt mit der Geburt von Lene Wertheim Anfang des Jahrhunderts und endet mit ihrer Ausreise in die USA und dem Ausgang des Zweiten Weltkriegs. Einer der zahlreichen Protagonisten ist Eduard Wertheim, dessen Romanfigur an den Frankfurter Industriellen Robert von Hirsch angelehnt ist.

Robert von Hirsch war unter Städel-Direktor Georg Swarzenski ein wichtiger Mäzen und Förderer des Museums. In den 1930er-Jahren war er sowohl im Museums-Verein als auch in der Administration des Städel tätig. Bereits 1917 schenkte von Hirsch dem Städel das bedeutende Matisse-Gemälde ” Blumen und Keramik “. Im Zuge der nationalsozialistischen Beschlagnahmeaktion wurde es 1937 als “entartet” aus dem Museum entfernt und in die USA verkauft.

Nur unter großen finanziellen Anstrengungen, mit viel Verhandlungsgeschick und großzügigen Spenden konnte das Bild 1962 schließlich wieder für die Sammlung des Städel erworben werden. Heute ist es völlig zu recht wieder eines der Lieblingsbilder der Frankfurter Bürger.

In ihrer Führung präsentiert die Städel-Kuratorin Dr. Eva Mongi-Vollmer die faszinierende Biografie des Bildes in der literarischen Fassung des Romans sowie im Zusammenhang mit der Sammlungsgeschichte des Städel Museums. Ausgehend davon werden auch weitere Gemälde des Städel, die ebenfalls als Schenkungen jüdischer Förderer in die Sammlung des Museums gekommen sind, unter die Lupe genommen. Zu beiden Führungen sind nur noch wenige Plätze frei – schnelles Anmelden ist gefragt!

Silvia Tennenbaum