Städel Blog

Zur Herstellung von Fotografien blieben aufwändige Edeldruckverfahren, wie der Name vermuten lässt, einem recht kleinen Kreise von Kennern und Liebhabern vorbehalten. Um die Fotografie als Medium dennoch für Amateure attraktiver zu machen, wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verstärkt nach neuen Möglichkeiten dieses Mediums geforscht. Ein Ziel war, natürliche Farbe in das Bild zu bringen. Auf dem Weg zur Farbfotografie stellen wir Euch im nun folgenden sechsten Teil unserer Reihe „Techniken der Fotografie“ das Verfahren der Photochromie vor, einem Bindeglied zwischen dem Farbdruck und der Farbfotografie.

Auf dem Weg zur Farbfotografie: Vidal, Dolch, Photochrom, 1876. Foto: Städel Museum

Mit einem großen Fest eröffnen wir am Dienstag, 30. April 2013 ab 19 Uhr die Gartensaison: Anlässlich bedeutender Neuerwerbungen von Skulpturen, die für den Ausbau des Sammlungsbereichs Gegenwartskunst in jüngster Zeit gelungen sind, präsentieren wir den Städel Garten und die dort ausgestellte umfangreiche Skulpturensammlung ab April 2013 völlig neu. Schon jetzt sind viele der neuen Werke im Garten zu entdecken. 

Die Arbeit "Capri Moon" (2011) von Tobias Rehberger im Städel Garten. Foto: Norbert Miguletz; © Tobias Rehberger

Der nackte Mann

Gleich zwei Ausstellungen widmeten sich vor Kurzem in Österreich ausschließlich der Darstellung des nackten männlichen Körpers in der Kunst. Aber auch im Städel Museum ziert derzeit ein unbekleideter Männerrücken das Plakat der Schau „Schönheit und Revolution. Klassizismus 1770–1820“.  In der Ausstellung gibt es noch viele weitere nackte Tatsachen zu entdecken. Dies nehmen wir zum Anlass, um in unserem Blogbeitrag das Phänomen der Darstellung nackter Männer in der Kunst des Klassizismus genauer zu beleuchten.

Antonio Canova (1757–1822); Theseus und Minotauros, 1783; Gips, 150 × 160 × 95 cm; Possagno, Museo e Gipsoteca Antonio Canova; Foto: Norbert Miguletz

Mit dem Stil des Klassizismus assoziiert man häufig Begriffe wie maßvoll, verhalten, schön. Aber: Die in der Ausstellung „Schönheit und Revolution“ präsentierte Skulptur „Fallender Titan“ zeigt einen verdrehten, fließenden Männerkörper, der kopfüber in die Tiefe stürzt. Gefangen in diesem dramatischen Moment vermag sich die Spannung in der Skulptur von Thomas Banks aus dem Jahr 1786 nie auf zu lösen. Auch das ist Klassizismus.

Skulptur des Monats: Thomas Banks (1735–1805); Fallender Titan, 1786; Marmor, 84,5 x 90,2 x 58,4 cm; Royal Academy of Arts, London; Foto: © Royal Academy of Arts, London