Was verbindet Kunst und Kochen miteinander? Es ist nicht nur das handwerkliche Geschick, sondern auch die sinnliche Erfahrung und bewusste Auseinandersetzung mit Materialien. Das enge Verhältnis zwischen diesen beiden Disziplinen wird deutlich durch Stillleben, die gemalte Lebensmittel opulent in Szene setzen oder umgekehrt durch Künstler, die essbare Lebensmittel in ihre Kunst integrieren.

Jetzt könnt ihr zum Koch-Künstler werden: Lasst euch für die Mitmachaktion #KunstKochen von zwölf ausgewählten Kunstwerken aus der Sammlung des Städel Museums inspirieren und bereitet euer eigenes kreatives Gericht zu. Die epochenübergreifende Werkauswahl spiegelt die Vielfältigkeit der 700 Jahre umfassenden Sammlung wider. Orientiert an Motiv, Stimmung, Farbwelt und Komposition der Kunstwerke könnt ihr eure eigenen Rezepte entwickeln. Fotografiert eure Kreation und ladet sie auf www.kunstkochen.de  bis zum 17. Juni 2017 hoch. Mitmachen lohnt sich: Unter allen Teilnehmern werden viele tolle Preise verlost.

Für alle KunstKöche haben wir hier schon mal einen ersten Appetitanreger: einen bildschönen Wildkräuter-Blüten-Salat à la Jacob van Walscapelle. Viel Spaß bei der Zubereitung und lasst es euch schmecken!

Jacob van Walscapelle, Blumenstillleben

Jacob van Walscapelle: Blumenstillleben (1677), Öl auf Leinwand, Städel Museum, Frankfurt am Main

Beim Anblick des farbenprächtigen Blumenstraußes möchte man, wie der Schmetterling am linken Bildrand, am liebsten selbst gern von den Blüten kosten. Dekorativ fanden diese Art von Stillleben auch vermögende Auftraggeber aus dem 17. Jahrhundert, die sich oft zwei Bilder als Pendants an die Wand hängten.

Der niederländische Maler Jacob van Walscapelle (1644–1727), geschätzt für seine Blumen- und Früchtestücke, schuf 1677 dieses Stillleben mit Blumenstrauß in einer Terrakottavase. Blumen und Tiere sind gekonnt gemalt. Die kompakte Mitte des Blumenstraußes bilden weiße und rosa Rosen zusammen mit gelben Anemonen und zwei Pfingstrosen; ergänzt um blaue Winden, Türkenbundlilien, eine blaue Schwertlilie, die feinen Blüten einer Kamille sowie eine Erdbeerranke und einen Pflaumenzweig. Wer genau hinsieht, kann einige Tiere im Strauß sowie auf dem steinernen Sockel mit der Terrakottavase entdecken. Eine Eidechse lauert auf ein vorbeiflatterndes Tagpfauenauge, eine Fliege labt sich am ausgetretenen Saft überreifer Pflaumen – Sinnbilder der Vergänglichkeit aller irdischer Pracht. Auf den Blüten sitzen eine Libelle, eine Hummel und ein grüner Käfer.

Das Gemälde gelangte 1817 ins Städelsche Kunstinstitut. Über van Walscapelles Leben ist wenig bekannt, offenbar war er nur kurze Zeit (von 1667 bis 1685) als Maler tätig.

Rezept: Wildkräuter-Blüten-Salat mit Himbeer-Vinaigrette

Wildkräuter-Blüten-Salat mit Himbeer-Vinaigrette

Zutaten für 4 Portionen

150 g Himbeeren, tiefgekühlt / 150–200 g Wildkräutersalat nach Verfügbarkeit (z. B. roter Rucola, Blutampfer, Taubnessel, junge Brunnenkresse, Franzosenkraut, Spitzwegerich, Gartenmelde, Löwenzahn, Kapuzinerkresseblätter) / 8 EL Olivenöl / 2 EL Himbeeressig / 2 EL Wasser / Salz und Pfeffer aus der Mühle / 2–3 Prisen Rohrohrzucker / ca. 40 g gemischte Blüten nach Verfügbarkeit (z. B. Pelargonie, Studentenblume, Sonnenblume, Ringelblume)

Zubereitung

Himbeeren auftauen lassen.

Wildkräutersalat waschen, verlesen und in kleine Stücke zupfen. In einem Küchensieb abtropfen lassen oder trocken schleudern.

Für das Dressing Olivenöl, Essig, Wasser und Himbeeren in einen hohen Mixbehälter geben und mit einem Stabmixer fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Dressing durch ein feines Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen.

Salat auf Tellern verteilen und mit dem Himbeer-Dressing beträufeln.

Blüten und gegebenenfalls Blütenblätter von den Stielen zupfen und auf dem Salat verteilen.

Zubereitungszeit: 15 min + 2 h Auftauzeit / Nährwerte pro Portion: Energie 300 kcal, Eiweiß 2 g, Kohlenhydrate 7 g, Fett 28 g