Kunst der Moderne

Letzte Handgriffe an der Beckmann-Ausstellung

Das Gemälde "Grosses Frauenbild. Fischerinnen" aus Saint Louis wird gehängt.

Die Vorbereitungen zur großen Beckmann-Ausstellung im Städel Museum laufen auf Hochtouren: Insgesamt 110 Werke von Max Beckmann (1884–1950) wurden in den vergangenen Tagen in den Ausstellungsräumen installiert, die Beleuchtung eingerichtet und die restlichen Wandtexte geklebt. Bereits morgen Abend wird die große Sonderausstellung „Beckmann & Amerika“ feierlich eröffnet.

Nach dem Auspacken wird der Zustand der Leihgaben überprüft und genauestens protokolliert.

„Beckmann & Amerika“ zeigt im Ausstellungshaus das verdichtete Spätwerk von Max Beckmann, einem der herausragendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Nach seiner Emigration aus Deutschland im Jahr 1937 und einem anschließenden zehnjährigen Exil in Amsterdam verbrachte Beckmann seine letzten drei Lebensjahre in den USA, wo er zunächst in Saint Louis und danach in New York lebte und lehrte. Zahlreiche maßgebliche Werke werden in der Ausstellung präsentiert, darunter auch wertvolle Leihgaben aus Amerika.

„The Town (City Night)“ (1950) und „Grosses Frauenbild. Fischerinnen“ (1948), zwei großformatige Werke Beckmanns aus dem Saint Louis Art Museum, wurden vor kurzem im Obergeschoss des Ausstellungshauses ausgepackt. Bevor die Werke an der Wand hängen, bedarf es zahlreiche Handgriffe:

Genaues Maßnehmen ist für die reibungslose Hängung entscheidend.

Den Ablauf beim Auspacken und Hängen der Ölgemälde verantworten die unterschiedlichsten Experten. So dürfen die eigens für die Werke produzierten Klimakisten, in denen die Werke verschickt werden, erst nach einer 24-stündigen Akklimatisierung vor Ort nur von Mitarbeitern der beauftragten Kunsttransportfirma geöffnet und bewegt werden. Die Kunstwerke selbst werden ausschließlich vom hauseigenen Hängeteam herausgenommen und gehängt.

Ein genauer Blick auf Beckmanns 1950 gemaltes Werk “The Town (City Night)“.

Vor der Hängung werden die Werke von der Restauratorin Maike Behrends genauestens untersucht. Mit einer speziellen Lupe erkennt sie jede Kleinigkeit auf der Bildoberfläche. Gemeinsam mit der Kurierin Ella Rothgangel aus dem Saint Louis Art Museum, die die Gemälde auf dem Transport begleitet, prüfte die Restauratorin die Bildoberfläche auf eventuelle Veränderungen mittels eines vor der Reise angefertigten Zustandsprotokolls. Erst wenn sie ihre Zustimmung gibt, können die Arbeiten gehängt werden.

Es passt - die Wasserwaage ist im Lot.

Die Kuratorin Dr. Jutta Schütt (rechts) spricht mit ihrer Assistentin Dr. des. Karoline Feulner und einem Kurier aus der Pierpont Morgan Library in New York die letzten Details ab.

Parallel dazu wurde im Erdgeschoss die Beleuchtung für die zahlreichen Zeichnungen und Grafiken der Ausstellung eingestellt. Mit verschiedenen Leuchtmitteln und Filtern stimmt ein Lichttechniker der Firma Stephan Zimmermann Lightsolutions das Ausstellungslicht sehr genau auf das jeweilige Kunstwerk ab. Insbesondere Arbeiten auf Papier, darunter Zeichnungen, Druckgrafiken oder Aquarelle, sind sehr lichtempfindlich und dürfen während der Ausstellung nur einer Beleuchtungsstärke von maximal 50 Lux ausgesetzt werden. Aus diesem Grund werden sie beim Einrichten der Ausstellung mit lichtundurchlässigem Papier abgedeckt. Ein Gemälde kann dagegen bis zu 300 Lux vertragen ohne dass es Schaden nimmt.

Mit dem Luxmeter werden die verschiedenen Lichtverhältnisse getestet.

 

Wandzitate verdeutlichen den künstlerischen Kosmos Beckmanns.

Die letzten gestalterischen Handgriffe wurden im Nebenraum vorgenommen: Die ergänzenden Zitate aus Beckmanns Tagebüchern wurden als Folienschriften ausgeplottet und mit einer speziellen Transferfolie auf die Wände der Ausstellungsarchitektur geklebt. Auch das Wegeleitsystem und die Bildunterschriften wurden nochmals genau überprüft und letzte Fehler korrigiert. Bislang laufen die Vorbereitungen reibungslos und das Ausstellungsteam ist sehr gut im Zeitplan. Bis zur morgigen Eröffnung kann also noch an den allerletzten Details geschliffen werden.

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