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	<title>Städel Blog &#187; Alfred Kubin</title>
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		<title>Die Bilderwelten des Alfred Kubin</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jan 2013 09:34:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paula Schwerdtfeger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst der Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Kubin]]></category>
		<category><![CDATA[E.T.A. Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Edgar Allan Poe]]></category>
		<category><![CDATA[Max Klinger]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst]]></category>

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		<description><![CDATA[Betrachtet man ein Porträt des Künstlers Alfred Kubin, so erblickt man ein  gespenstisches Antlitz: Blässlich, kindlich, lächelnd und trotzdem melancholisch. Ein „greisenhaftes Kindergesicht“, wie Thomas Mann schrieb. 1898 ging der Grafiker, Illustrator und Schriftsteller Kubin nach München und unter dem Einfluss der dortigen Bohème schuf er Fluten verstörender Werke, die in der „Schwarzen Romantik“ natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Betrachtet man ein Porträt des Künstlers Alfred Kubin, so erblickt man ein  gespenstisches Antlitz: Blässlich, kindlich, lächelnd und trotzdem melancholisch. Ein „greisenhaftes Kindergesicht“, wie Thomas Mann schrieb. 1898 ging der Grafiker, Illustrator und Schriftsteller Kubin nach München und unter dem Einfluss der dortigen Bohème schuf er Fluten verstörender Werke, die in der „<a href="http://www.staedelmuseum.de/sm/index.php?StoryID=1463" target="_blank">Schwarzen Romantik</a>“ natürlich nicht fehlen dürfen.</strong></p>
<div id="attachment_4573" class="wp-caption alignnone" style="width: 323px"><a href="http://blog.staedelmuseum.de/kunst-der-moderne/die-bilderwelten-des-alfred-kubin/attachment/kubin_friedhofsmauer" rel="attachment wp-att-4573"><img class="size-full wp-image-4573" title="Kubin_Friedhofsmauer" src="http://blog.staedelmuseum.de/wp-content/uploads/2013/01/Kubin_Friedhofsmauer.jpg" alt="" width="313" height="425" /></a><p class="wp-caption-text">Alfred Kubin; Friedhofsmauer, um 1902; Tusche, laviert, auf Papier; 24,8 x 18,2 cm; Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz</p></div>
<p><span id="more-4576"></span></p>
<p>Es waren Grafiken von Max Klinger, die Alfred Kubin (1877–1959) im Jahr 1899 in München dazu inspirierten, in ähnlicher Weise schaurige Szenen zwischen Realität und Traum zu Papier zu bringen. Als diese 1903 publiziert wurden, sorgten sie für Furore. Zahlreiche brutale, teils pornographische, immer bedrückende Tuschfederzeichnungen waren zu sehen. Kubin bediente sich aller gängigen Motive der Schwarzen Romantik: Nachttiere, orientalistische Horrorgestalten, Wesen zwischen Mensch und Tier, Ungeheuer und entblößte Frauen bevölkern die Blätter. Ferne Horizonte und tiefe Abgründe prägen die kargen Landschaften, die dauerhaft in nebliges Dunkel gehüllt sind. Unabwendbare Schicksale definieren die grausamen Beziehungen der Akteure zueinander. In der grafischen Gestaltung der Blätter zeigt sich Kubins Meisterschaft: Fein geschwungene Linien umrahmen dunkle und helle Flächen, die in einer Spritztechnik getönt sind. Kompositorisch bestimmen überwältigende Proportionsunterschiede, die ein unheimliches Gefühl erzeugen. Zum Beispiel dominiert in dem Blatt „Die Friedhofsmauer“ die als riesige Diagonale eingesetzte Fledermaus das Bild. Das Gegengewicht zur dunklen Fläche bildet der kleine Wald links hinter der hellen Friedhofsmauer, vor der sich eine Hügellandschaft ausbreitet. Doch die verzerrten Flügel des Nachttiers begrenzen die Landschaft. Nicht, indem sie den Himmel ausfüllen, sondern indem sie die Fläche darunter abschneiden und wie ein schwerer Deckel auf ihr lasten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_4572" class="wp-caption alignnone" style="width: 486px"><a href="http://blog.staedelmuseum.de/kunst-der-moderne/die-bilderwelten-des-alfred-kubin/attachment/klinger_opusxll_24" rel="attachment wp-att-4572"><img class="size-full wp-image-4572  " title="Klinger_OpusXll_24" src="http://blog.staedelmuseum.de/wp-content/uploads/2013/01/Klinger_OpusXll_24.jpg" alt="" width="476" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Inspirierte Kubin: Max Klinger; Entführung des Prometheus, aus: Opus XII, Brahmsphantasie, Blatt 24, 1894; Städel Museum, Frankfurt am Main</p></div>
<p><strong></strong> </p>
<p><strong>Bilderflut einer geschundenen Seele<br />
</strong>Wertschätzt man heute die Qualität dieser Blätter, so hielten seine Zeitgenossen Kubin für einen grafischen Dilettanten. Gefeiert wurde er aber für die Drastik seiner Bildthemen. Das gruselige „Kindergesicht“ passte wunderbar zu den fantasiereichen Ausgeburten seiner Feder. Kubins autobiografischen Notizen, die reich an Selbststilisierung sind, heizten zudem psychoanalytische Interpretationen seiner Bilder an: Hier  schildert er den frühen emotionalen Verlust der Mutter und ihren Tod, die starke Autorität des väterlichen k.u.k Obergeometer, dem er nichts habe entgegnen können. Kompensation brachte ihm  nur Tierquälerei. Es folgten Sauftouren, Streit, ein Selbstmordversuch am Grabe der Mutter. Die Angst zu versagen sei sein ständiger Begleiter gewesen. Der folgende dreiwöchige Militärdienst habe seine Psyche endgültig zerstört und ihn schließlich in eine Nervenklinik getrieben. Erst die Hochzeit mit der Witwe Hedwig Gründler im Jahre 1904 und der damit einhergehende „regelmäßige Geschlechtsverkehr“ hätten Erlösung gebracht und die Bilderflut seiner geschundenen Seele beruhigt. Kubin lässt in seiner Selbstbeschreibung kaum ein Stereotyp aus. Im Gegenteil, er ist ein Musterbeispiel der Kunstauffassung des Fin de Siècle: Die Seele bedroht sich selbst und tritt, befreit durch die Kunst, nach außen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_4575" class="wp-caption alignnone" style="width: 537px"><a href="http://blog.staedelmuseum.de/kunst-der-moderne/die-bilderwelten-des-alfred-kubin/attachment/kubin_sieger" rel="attachment wp-att-4575"><img class="size-large wp-image-4575" title="Kubin_Sieger" src="http://blog.staedelmuseum.de/wp-content/uploads/2013/01/Kubin_Sieger-527x400.jpg" alt="" width="527" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Alfred Kubin; Der Sieger, um 1899/1900; Aquarell, Tusche, gespritzt auf Katasterpapier; 19,7 x 31,5 cm; Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz</p></div>
<p><strong></strong> </p>
<p><strong>Das Innere nach außen kehren<br />
</strong>Nach der Hochzeit zieht sich Kubin, ermüdet von der Kunststadt München, auf das ferne Schloss von Zwickledt am Inn zurück. Das strenge Schwarz-Weiß des Frühwerks wird nun durch farbigen Sinnesrausch in einer organisch-fantastischen Welt abgelöst, deren Formen der Künstler aus den „unterseeischen Landschaften“ seines Mikroskops fischt. Die Gegenstandslosigkeit einiger Bilder dieser Periode lockt die Expressionisten um Wassily Kandinsky an, da sie in dem Künstler, der sein Innerstes nach außen kehre, einen Seelenverwandten sahen. Kubin selbst verortet sich allerdings neben Künstlern wie James Ensor, Edvard Munch oder Odilon Redon. Diesen Künstlern, die ebenfalls in der Ausstellung „Schwarze Romantik“ zu sehen sind, fühle er sich aufgrund seines „Bedürfnisses nach Stofflichkeit“ näher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_4594" class="wp-caption alignnone" style="width: 376px"><a href="http://blog.staedelmuseum.de/?attachment_id=4594"><img class="size-large wp-image-4594" title="Kubin_Auge" src="http://blog.staedelmuseum.de/wp-content/uploads/2013/01/Kubin_Auge-366x400.jpg" alt="" width="366" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Alfred Kubin; Das Auge, um 1906; Tempera auf Katasterpapier, 42,8 x 39,3 cm; Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz</p></div>
<p><strong></strong> </p>
<p><strong>Fantastisch, fatalistisch, fanatisch</strong><br />
Immer wieder erweitert Kubin sein künstlerisches Spektrum. Im Jahre 1909 nicht durch die Farbe, sondern durch das Wort. Für seinen ersten und einzigen Roman „Die andere Seite“ bediente er sich der Sprache von E.T.A. Hoffmann und Edgar Allan Poe, deren Werke ihm durch seine Tätigkeit als Illustrator bestens bekannt waren. Fantastisch, fatalistisch, fanatisch: In nur acht Wochen brachte Kubin seinen Text zu Papier. In weiteren vier schuf er die Illustrationen. „Nie mehr komme ich da heraus!“, so lässt er die Frau des Erzählers beim Eintritt in die erhoffte Traumwelt prophezeien. Man muss sie aushalten können, die Welt des Alfred Kubin. Dem Betrachter bleibt zu wünschen, dass er aus den verstörenden Tiefen dieses Bildkosmos wieder hinausfindet.</p>
<p><strong>Übrigens: Kubins Werke samt der Ausstellung „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“ werden nur noch bis einschließlich Sonntag, 20. Januar 2013 im Städel gezeigt. Ab dem 4. März bis zum 9. Juni 2013 gibt es jedoch auch im Pariser <a href="http://www.musee-orsay.fr/de/veranstaltungen/ausstellungen/im-musee-dorsay/ausstellungen-im-musee-dorsay/article/lange-du-bizarre-35087.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=254&amp;cHash=bbce45fc2c" target="_blank">Musée d’Orsay</a> die Möglichkeit die Schau zu sehen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Roman „Die andere Seite“ hat die Autorin Paula Schwerdtfeger so fasziniert, dass er jetzt einen festen Platz in ihrem Bücherregal bekommt.</p>
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		<title>FÜNF FRAGEN AN GÖTZ ALSMANN</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Nov 2012 17:10:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanna Pahl und Annabell Hurle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst der Moderne]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Ausstellung „Schwarze Romantik“ treffen wir unverhofft auf prominenten Besuch: Der bekannte Jazzmusiker und Moderator der beliebten Fernsehsendung „Zimmer frei!“, Götz Alsmann, ließ sich von den Werken der Schwarzen Romantik in ihren Bann ziehen. Einer spontanen Interviewanfrage stimmt er sofort zu und wir erhalten auf fünf Fragen spannende und sympathische Einblicke in die Perspektiven [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Ausstellung „Schwarze Romantik“ treffen wir unverhofft auf prominenten Besuch: Der bekannte Jazzmusiker und Moderator der beliebten Fernsehsendung „Zimmer frei!“, Götz Alsmann, ließ sich von den Werken der Schwarzen Romantik in ihren Bann ziehen. Einer spontanen Interviewanfrage stimmt er sofort zu und wir erhalten auf fünf Fragen spannende und sympathische Einblicke in die Perspektiven eines promovierten Musikwissenschaftlers auf die Kunst.</strong></p>
<div class="mceTemp">
<div id="attachment_3981" class="wp-caption alignnone" style="width: 594px"><a href="http://blog.staedelmuseum.de/verschiedenes/funf-fragen-an-gotz-alsmann/attachment/gotz-alsmann-im-stadel" rel="attachment wp-att-3981"><img class="size-large wp-image-3981  " src="http://blog.staedelmuseum.de/wp-content/uploads/2012/11/Götz-Alsmann-im-Städel-584x400.jpg" alt="" width="584" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Fünf Fragen an Götz Alsmann stellten Hanna Pahl (links) und Annabell Hurle (rechts), Mitarbeiterinnen des Städel Museums.</p></div>
</div>
<p><strong><span id="more-3982"></span></strong><strong>1. Herr Alsmann, was treibt Sie nach Frankfurt und warum besuchen Sie heute das Städel Museum?</strong></p>
<p>Momentan bin ich sehr viel auf Tournee und gebe im Jahr rund hundert Konzerte. Gemeinsam mit meiner Band spiele ich gerade im Großraum Rhein-Main. Wir waren gestern in Bad Homburg, reisen heute nach Aschaffenburg, geben morgen ein Konzert in Offenbach und beenden diese kleine Reise dann in Rüsselsheim.<br />
Meine Band und ich sind zu sechst als Reisegruppe unterwegs. Wir haben manchmal sehr unterschiedliche, teilweise jedoch auch sehr ähnliche Interessen. In unserer Band haben wir einen kleinen Dreier-Club, der bei jeder Gelegenheit versucht sich Ausstellungen anzusehen. Unsere viertägige Tournee im Großraum Frankfurt hat uns gestern spontan auf die Idee gebracht, heute doch mal in das Städel zu gehen.</p>
<p><strong>2. Wir haben Sie in der Ausstellung „Schwarze Romantik“, versunken vor den Werken Goyas, angetroffen. Wie hat Ihnen die Ausstellung gefallen?</strong></p>
<p>Ich hatte im Vorfeld natürlich schon Rezensionen gelesen. Eigentlich interessiert mich alles, was es in der Ausstellung „Schwarze Romantik“ zu sehen gibt, aber ich wollte unbedingt einmal die Bilder von Alfred Kubin sehen.  Mit großem Interesse habe ich seinen Roman „Die andere Seite“ gelesen. In der Phase der Erfolglosigkeit als Grafiker hat Kubin ja diesen eigenartigen – wie soll man das nennen – Science-Fiction-Roman geschrieben, welcher wiederum alle möglichen Autoren von Frank Kafka bis Ernst Jünger beeinflusst hat. Selbst wenn nicht allzuviele Werke Kubins in der Ausstellung zu sehen waren, gab es andere zahlreiche, tolle Impressionen. Es ist schon beeindruckend, wie viele Maler sich durch die Zeiten auf Shakespeares „Macbeth“ berufen – das hat mir gut gefallen. Gerade der Ansatz der Ausstellung, die unterschiedlichen Medien zu integrieren ist sehr gut – hier kann man den Geist noch ein bisschen mehr fliegen lassen. Deswegen werde ich auch sicherlich noch mal wiederkommen.<br />
Diese Ausstellung trifft außerdem den Zeitgeist der jungen Leute, das Bohemienhafte genauso wie das Jenseitssüchtige. Wenn sie klein sind lesen sie „Harry Potter“, wenn sie größer sind „Herr der Ringe“ und wenn sie erwachsen sind lesen sie den Roman von Alfred Kubin.</p>
<p><strong>3. Man darf Ihnen sicherlich noch gratulieren: im Juni 2012 erhielten Sie den ECHO als „Jazz–Sänger des Jahres national“ für Ihr Chanson-Album „In Paris&#8221;. Deshalb die Frage an Sie, wie viel Jazz steckt eigentlich in der Kunst, gibt es Gemeinsamkeiten?</strong></p>
<p>Jazz wird immer als ein musikalischer Gattungsbegriff ausgelegt. Es ist hierbei jedoch zu erwähnen, dass dies eigentlich nur ein Marketingbegriff ist. Die erste Jazzplatte wurde offiziell 1917 veröffentlicht. Das heißt im Rückschluss jedoch nicht, dass dies die erste Platte mit dieser Art von Musik war. Es gibt immer einen Vorläufer, niemand hat einen Musikstil auf Knopfdruck erfunden. Aus diesem Grund kann man keine wirklich klare Zäsur in der Jazzmusik, wie auch in den anderen Musikrichtungen, ziehen. Genau dieser Aspekt ist es, den der Jazz mit der Kunst gemeinsam hat. In der Ausstellung „Schwarze Romantik“ wird diese nicht klar definierbare Zäsur, also quasi Nicht-Zäsur, mehr als deutlich. Wenn sie überlegen, dass sie in der Ausstellung einen alten Horrorfilm mit Boris Karloff sehen können, wird offensichtlich, dass dieses ganze Imago, was da gepflegt wird, sowie die zahlreichen Symbole, die aus den Bildern sprechen, auch immer ein Verweis auf Vorangegangenes darstellen. Auch Magritte und Kubin berufen sich auf Vorläufer. Genauso wie Goya – auch er wird das Malen nicht aus der Luft genommen haben und nicht der Erste gewesen sein, der einen schrecklich zugerichteten Leichnam dargestellt hat.<br />
Ich glaube, dies ist ein Phänomen, welches der Kultur eigen ist. Ich bin der Meinung, dass es ganz wenige Künstler gibt, die aus dem nichts heraus einen Neuanfang gemacht haben. Auch diejenigen Künstler, bei denen angenommen wurde, sie hätten etwas gänzlich Neuartiges erschaffen, werden irgendwann von der Kunstgeschichte oder der Musikwissenschaft dahingehend entromantisiert, dass Wissenschaftler Bezüge zu anderen Zeitgenossen oder Vorreitern nachweisen können.</p>
<p><strong>4. Sie sind Honorarprofessor an der Musikhochschule in Münster und lehren dort die Geschichte der Popularmusik. Wie gefällt Ihnen diese Tätigkeit?   </strong></p>
<p>Dies ist das zweite Semester, in dem ich eine gewisse Anzahl von Vorlesungen an der Musikhochschule in Münster halte. Letztes Semester habe ich die Geschichte des Vorjazz beleuchtet, angefangen mit der Eröffnung des Sklavenhandels durch die Portugiesen. In diesem Semester werde ich den Schwerpunkt auf Paul Abraham legen, einen weitgehend in Vergessenheit geratener Operettenkomponisten des 20. Jahrhunderts.</p>
<p><strong> 5. Man spricht ja von dem „Superstar“ in der Musik. Gibt es für Sie einen „Superstar“ in der Kunst?</strong></p>
<p>Nein. Das ist genau das, was ich immer versuche zu vermeiden. Ich habe auch keinen wirklichen Lieblingsmusiker. Bei mir sind die Lieblinge auch zu sehr abhängig von Jahreszeiten und Biokurve.<br />
In der Literatur muss ich zugeben, da habe ich einen Lieblingsautor: Arno Schmidt. Aber auch hierbei gibt es Phasen, in denen man sich dem Mann überhaupt nicht widmet. Ich bin als Kunstfreund ein reiner Genießer und Autodidakt in Bezug auf die optisch wahrnehmbaren Künste. Zu deutsch: Ich habe keine Ahnung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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