Städel Blog

Alles inszeniert? Alte Meister ganz privat

Die aktuell in der Schirn Kunsthalle gezeigte Schau „Privat“ thematisiert anhand zahlreicher zeitgenössischer Positionen den im Wandel begriffenen Privatsphäre-Begriff: Denn was ist heute noch privat, wenn fast alles auf Facebook gepostet wird, wenn Intimes und Vertrautes ganz bewusst in Szene gesetzt werden? In Rahmen der Schau ruft das Schirn Magazin zur großen Blogparade, um sich der Vorstellung und dem Wandel von Privatheit aus möglichst vielen verschiedenen Blickwinkeln zu nähern. Auch wir vom Städel Museum haben uns diese Frage gestellt – denn gab es den Tabubruch der Darstellung des Privaten in der Kunst nicht schon viel früher, etwa in niederländischen Genrebildern des 17. Jahrhunderts? Silke Janßen befragte hierzu Almut Pollmer-Schmidt, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sammlungsbereich der Alten Meister des Städels.

Pieter Janssens Elinga; Interieur mit Maler, lesender Dame und kehrender Magd, ca. 1665-70; Leinwand, 82 cm x 99 cm; Städel Museum, Frankfurt am Main

Bei unserem „Bild des Monats“ im August handelt es sich eigentlich um drei kleinformatige, querrechteckige Bilder, die in einem modernen Rahmen zusammengefasst und im kleineren Italiener-Saal der Altmeister-Abteilung zu besichtigen sind: „Die Legende des Heiligen Augustinus“ eines Umbrischen Meisters, entstanden um 1500.

Umbrischer Meister, Die Legende des Heiligen Augustinus, Predella, um 1500

Seit kurzem können die Besucher des Städel die Sammlung des Museums noch einmal aus einer ganz anderen, eigenen Sicht erleben: Im neuen „Kabinett zum Main“ steht ein tischförmiger – einem überdimensionalen iPad gleichender – Multitouch-Screen, der einen interaktiven Blick auf die Sammlung des Städel vom Mittelalter bis zur Gegenwart eröffnet. Ein innovatives vom Städel in Zusammenarbeit mit der Design- und Kommunikationsagentur COSALUX konzipiertes Angebot, das bislang in deutschen Museen seinesgleichen sucht.

Ein neuer Film für „Alte Meister“

Mit der Neupräsentation der Sammlung „Alte Meister“ kehren zahlreiche alte Freunde – von Mantegna, Bellini und Pontormo über Dürer und Holbein bis Rembrandt und Vermeer – wieder ins Museum zurück. Damit ist der gesamte Städel-Altbau wieder in Gänze zugänglich. In strahlendem Licht, vor kräftigen Wandfarben und in einer neuen Zusammenstellung können die Alten Meister im Städel neu erlebt werden. In unserem 8-minütigen Sammlungsfilm befragten wir Städel-Direktor Max Hollein und Sammlungsleiter Prof. Dr. Jochen Sander nach den thematischen Schwerpunkten der Präsentation sowie Neuzugängen und Wiederentdeckungen der Sammlung.