Städel Blog

Anna Göldin – Europas letzte Hexe

Am 13. Juni 1782 schlug der Henker im schweizerischen Glarus Anna Göldin mit dem Schwert den Kopf ab. Diese letzte Hinrichtung einer Hexe in Europa wurde in einem typischen Hexenprozess vor dem protestantischen Gericht verhandelt: Die Verdächtige wurde verhört, gefoltert und anhand des so erreichten Geständnisses konnte „bewiesen“ werden, dass die Magd Anna Göldin (oft auch Göldi genannt) die achtjährige Anne Miggeli Tschudi mit Stecknadeln vergiftet habe. Doch nicht die Vergiftung als solche war ausschlaggebend für die Empörung, die diese Hinrichtung über die Grenzen der Schweiz hinaus auslöste. Die Magd habe den Mord „vermittelst geheimer und fast unbegreiflicher Beibringung“ der Nadeln begangen, kurz: mit Magie.

Johann Heinrich Füssli, Die drei Hexen, 1783, © Kunsthaus Zürich, Schenkung des Stadtrates Zürich