Städel Blog

Ob skurrile Genreaufnahmen, eindrucksvolle Künstlerporträts, detaillierte Architekturbilder oder bezaubernde Landschaften – Fotografie im 19. Jahrhundert hat viele Gesichter. Die Abteilung Kunst der Moderne widmet diesem spannenden Thema ein eigenes Kabinett im Städel Museum und zeigt Euch damit erstmalig ausgewählte Aufnahmen aus dem Archiv der ehemaligen Lehrsammlung des Städelschen Kunstinstituts.

Neu in Szene gesetzt: Frühe Fotografien aus dem Archiv des Städelschen Kunstinstituts im nun eigenen Kabinett. Foto: Städel Museum


Im Städel Museum sind nicht nur immer wieder verschiedenste Werke aus der eigenen sowie aus internationalen Sammlungen in den aufwändigen Sonderausstellungen zu entdecken, auch die ständigen Sammlungsbereiche sind stets in Bewegung. Etwa, wenn Gemälde oder Skulpturen auf Reisen gehen und in anderen Institutionen gezeigt werden. So ist derzeit unter anderem das Gemälde „Goethe in der Campagna“ von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein auf dem Weg nach Paris. Dort wird es für drei Monate in keinem geringeren Museum als dem Louvre präsentiert. Aber keine Sorge – dafür empfängt Euch im Städel Museum nun im ersten Saal des Sammlungsbereichs „Kunst der Moderne“ ein komplett neu inszenierter Max-Beckmann-Raum.

Auch die permanenten Sammlungsbereiche sind stets in Bewegung. Hier wird gerade das Werk "Pietà" von Franz von Stuck gehangen.

Die Bilderwelten des Alfred Kubin

Betrachtet man ein Porträt des Künstlers Alfred Kubin, so erblickt man ein  gespenstisches Antlitz: Blässlich, kindlich, lächelnd und trotzdem melancholisch. Ein „greisenhaftes Kindergesicht“, wie Thomas Mann schrieb. 1898 ging der Grafiker, Illustrator und Schriftsteller Kubin nach München und unter dem Einfluss der dortigen Bohème schuf er Fluten verstörender Werke, die in der „Schwarzen Romantik“ natürlich nicht fehlen dürfen.

Alfred Kubin; Friedhofsmauer, um 1902; Tusche, laviert, auf Papier; 24,8 x 18,2 cm; Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz

Wenn sich eine Ausstellung den Nachtseiten der Romantik zuwendet, ist mit wenig Licht zu rechnen. Und bricht doch der Tag herein, dann zeigt sich dieser nicht minder unheilvoll. Das taghellste Bild in der Ausstellung „Schwarze Romantik“ stammt von Salvador Dalí. In seinem Gemälde zeigt der Skandalkünstler, wie ein surrendes Insekt einen Traum auslösen kann und wie Traum und Wirklichkeit miteinander verwoben sind. Unser Bild des Monats trägt einen Titel, der für unseren Teaser schlicht zu lang ist. Deshalb sei nur so viel gesagt: (Alb-)Träume können einen spannenden und rätselhaften Einblick in die Abgründe des Menschen geben.

 

Salvador Dalí; Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Erwachen; 1944; Öl auf Holz, 51 × 41 cm; Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013