Städel Blog

Was macht eigentlich eine Grafikerin im Museum?

Das Münchner Residenzmuseum ruft in seiner aktuellen Blogparade Museumskollegen auf, zum Thema „Der Blick hinter die Kulisse – unser Arbeitsalltagverschiedene Berufe im Museum vorzustellen. Denn nicht jeder hat eine genaue Vorstellung davon, welche Berufsgruppen hinter den Kulissen eines Museums überhaupt tätig sind.  Wir geben hier einen Einblick in die Arbeit von unserer Grafikerin Cathrin Ladwig. 

Ausstellungsplakat der "Scharzen Romantik"

 

In unserer überaus erfolgreichen Ausstellung „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“, die am 20. Januar ihre Pforten schloss, befanden sich sechs Leihgaben aus dem Pariser Musée d‘Orsay. Wenn Bonnard, Redon und Co. nun wieder die Heimreise nach Paris antreten, kehren sie in große Gesellschaft zurück. Denn die „Schwarze Romantik“ schlägt dort ab dem 5. März ihre zweite Station auf. Die düsteren Werke, die bis dahin in Frankfurt bestaunt werden konnten, werden dann dem Publikum des Musée d’Orsay das Fürchten lehren. Côme Fabre, der die Ausstellung in Paris gemeinsam mit Felix Krämer kuratiert, war zu Besuch im Städel und berichtet, wie sich die Schau aus „Francfort-sur-le-Main“ in der französischen Hauptstadt präsentieren wird.

Kunst auf 16.000 Quadratmetern: Die heiligen Hallen des Musée d’Orsay in Paris. Foto: Simona Hurst

Die Bilderwelten des Alfred Kubin

Betrachtet man ein Porträt des Künstlers Alfred Kubin, so erblickt man ein  gespenstisches Antlitz: Blässlich, kindlich, lächelnd und trotzdem melancholisch. Ein „greisenhaftes Kindergesicht“, wie Thomas Mann schrieb. 1898 ging der Grafiker, Illustrator und Schriftsteller Kubin nach München und unter dem Einfluss der dortigen Bohème schuf er Fluten verstörender Werke, die in der „Schwarzen Romantik“ natürlich nicht fehlen dürfen.

Alfred Kubin; Friedhofsmauer, um 1902; Tusche, laviert, auf Papier; 24,8 x 18,2 cm; Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz

Wenn sich eine Ausstellung den Nachtseiten der Romantik zuwendet, ist mit wenig Licht zu rechnen. Und bricht doch der Tag herein, dann zeigt sich dieser nicht minder unheilvoll. Das taghellste Bild in der Ausstellung „Schwarze Romantik“ stammt von Salvador Dalí. In seinem Gemälde zeigt der Skandalkünstler, wie ein surrendes Insekt einen Traum auslösen kann und wie Traum und Wirklichkeit miteinander verwoben sind. Unser Bild des Monats trägt einen Titel, der für unseren Teaser schlicht zu lang ist. Deshalb sei nur so viel gesagt: (Alb-)Träume können einen spannenden und rätselhaften Einblick in die Abgründe des Menschen geben.

 

Salvador Dalí; Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Erwachen; 1944; Öl auf Holz, 51 × 41 cm; Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013