Städel Blog

Trendthema Weltuntergang!

Nur noch wenige Stunden bis zum 21. Dezember 2012, jenem Tag, an dem die Welt untergeht. Nein, dies ist nicht die Prophezeiung eines Sektenführers, keine obskure Illuminati-Verschwörungstheorie oder der nächste Hollywood-Blockbuster, sondern eine Annahme, die auf der astrologischen Zeitrechnung der Maya beruht. Grund genug für die Medien die allgemeine Endzeitstimmung auszurufen und den Weltuntergang zu beschwören. Die apokalyptischen Phantasmen, die sich derzeit in unseren Köpfen abspielen, sind in der Kunst schon längst gemalte Wirklichkeit.

Samuel Colman; Vor dem Weltuntergang; 1836-1838; Öl auf Leinwand; 137,2 x 199,4 cm, Brooklyn Museum, Bequest of Laura L. Barnes

Zu Lebzeiten konnte Francisco de Goya von dem 80 Blatt umfassenden Radierungszyklus nur 27 Exemplare verkaufen – und dies bei einer Auflage von 270 Stück. Dennoch verhalf der Zyklus seinem Schöpfer zu Ruhm und Bekanntheit in ganz Europa. Auch heute noch zählen „Los Caprichos“, die in der „Schwarzen Romantik“ zu sehen sind,  mit ihrer schonungslosen Satire zu den Meisterwerken der gesellschaftskritischen Kunst und zu einem Schlüsselwerk Goyas. 

Francisco de Goya; Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer (aus: Los Caprichos); Blatt 43; 1797-1799; 1. Auflage; 1799; Radierung und Aquatinta, 18 x 12,2 cm; Städel Museum, Frankfurt am Main

Twitterer und Blogger berichten in ihren Foren über alles, was die Welt und sie bewegt –   schnell, direkt und persönlich.  Auch das Städel Museum ist mit seinen Ausstellungen oft Thema. Grund genug, um im Städel zum Community-Abend mit eigenem Tweetup in die Ausstellung „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“ zu laden. Seit Anfang 2009 steht das Städel Museum über seine Social Media Kanäle fast täglich mit einer Community in Verbindung: Wir kennen ihre Twitternamen, erfahren welche Ausstellungen sie besuchen, was sie beruflich tun, aber persönlich getroffen haben wir viele unserer Fans und Follower bislang noch nie.  Nach fast vier Jahren war es also Zeit für ein persönliches Kennenlernen. Nach der Tweetup-Führung tauschten sich beim Get-together im Metzler-Foyer  Twitterer und Blogger, Fans und Follower aus. 

Community Abend im Städel Museum

 

Als letzten Spross eines alten ruhmreichen Geschlechts – so beschrieb der Maler Arnold Böcklin seine einsame Figur am Strand des Gemäldes „Villa am Meer“, unserem Bild des Monats Dezember. Sie trauere um ihren Gatten, der in der Ferne verschollen sei. Auch der prächtige Familiensitz und die sich im Seewind beugenden Trauerzypressen sind im Inferno der mediterranen Abendsonne dem Untergang geweiht. Währenddessen schlägt das fast bewegungslose Meer nur flach gegen den Strand. Hier steht die schwarzgekleidete Frau still und verlassen und mit nach innen gerichteten Blick.

Arnold Böcklin; Villa am Meer; 1871-1874; Öl auf Leinwand; 108 x 154 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main