© Alan B. Brock-Richmond und Bernhard Schreiner

© Alan B. Brock-Richmond und Bernhard Schreiner

Vogelgezwitscher, Motorengeräusche, Schritte, Stimmen – wer sich auf den grünen Hügel des Städel Garten stellt und die Augen schließt, kann all diese Geräusche hören. In diesem Sommer wird sich unter die natürliche Geräuschkulisse vom 22. Juli bis zum 31. August die Soundinstallation „The Encryption Garden“ mischen. Mit ihrer Vierkanal-Installation verdichten, überwuchern, loopen, mischen und recyceln die Künstler Alan B. Brock-Richmond und Bernhard Schreiner die Alltagssounds des Städel Garten. Sie verbinden vorproduzierte Klangmontagen von Aufnahmen aus dem Garten mit Sounds, die bei vier Konzerten live vor Ort entstehen werden. So entwickelt sich die Klanginstallation von Konzert zu Konzert weiter, bis sie beim letzten Auftritt „kompostiert“ wird.

Von „Identification Camouflage” bis „New Growth”

Den akustischen Auftakt bildet das Eröffnungskonzert mit dem Untertitel „Identification Camouflage“ am Dienstag, dem 22. Juli 2014, um 19 Uhr. In die zweite Runde geht es dann mit dem Konzert „Overgrowth I“ am Donnerstag, dem 7. August 2014, um 21 Uhr. Am 10. August trifft das Konzert „Overgrowth II“, um 12 Uhr, auf den Breakfast Club (Catering ab 10 Uhr, Reservierungen unter david@imaworld.de). Am Samstag, dem 30. August, um 20 Uhr kommt die Soundinstallation zum Abschluss mit dem Konzert „Composting“. Im Rahmen des Museumsuferfests geben Brock-Richmond und Schreiner am Sonntag, den 31. August 2014, um 12 Uhr noch ein Zusatzkonzert „New Growth“. Der Eintritt zu den Konzerten sowie der Besuch des Städel Garten sind kostenfrei.

Foto: Norbert Miguletz

Foto: Norbert Miguletz

Codierung, Tarnung, Täuschung

Wie sich anhand der Untertitel erahnen lässt, wächst „The Encryption Garden“ stetig. Die einzelnen Konzerte vollziehen den Prozess einer pflanzlichen Transformation nach: Codierung, Tarnung, Täuschung. Das Prinzip der pflanzlichen Transformation spiegelt sich ebenfalls im künstlerischen und technischen Verfahren von Brock-Richmond und Schreiner wider. So tarnen und überblenden die Musiker ihre instrumentale Produktion mit dem Klanggefüge vor Ort, die vorgefundene Geräuschkulisse des Gartens mischt sich mit den durch ihre Instrumente live erzeugten Klangstrukturen. Eine Unterscheidung zwischen den Feldaufnahmen und den sukzessiv zugeführten Sounds wird zunehmend erschwert, auch die Zuordnung einzelner Klänge  ist nicht mehr möglich, sodass die fortschreitende Klangbearbeitung einer organischen Überwucherung gleicht, Zufall und gezielter Eingriff ergänzen sich.

Die Künstler Alan B. Brock-Richmond und Bernhard Schreiner © Alan B. Brock-Richmond und Bernhard Schreiner

Die Künstler Alan B. Brock-Richmond und Bernhard Schreiner
© Alan B. Brock-Richmond und Bernhard Schreiner

Alan B. Brock-Richmond und Bernhard Schreiner leben in Frankfurt am Main. Sie arbeiten seit 2012 zusammen und realisierten bereits diverse Live-Konzerte, etwa für den Frankfurter Kunstverein, das Schauspiel Frankfurt oder den Palmengarten im Rahmen der Hélio Oiticica-Retrospektive des MMK. Wie sich ihre Zusammenarbeit anhört, könnt Ihr hier vorab einen Eindruck gewinnen.