Klassiker: Kunst der Moderne

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Freiheit des Sehens – die aktuelle Ausstellung der Graphischen Sammlung

Die Graphische Sammlung beherbergt mit etwa 100.000 Kunstwerken auf Papier einzigartige Schätze vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In der aktuellen Ausstellung „Freiheit des Sehens. Zeichenkunst von Kobell bis Corinth aus dem Städel Museum“ werden über 100 deutsche Zeichnungen des 19. Jahrhunderts aus dem eigenen Bestand präsentiert – zahlreiche Werke erblicken zum ersten Mal das Tageslicht. Ein Besuch lohnt sich!

Die Ausstellung "Freiheit des Sehens" versammelt über 100 deutsche Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert. Foto: Norbert Miguletz

Die in Motiv, Stil und Medium äußerst unterschiedlichen Exponate spiegeln die ganze Fülle und Vielfalt des Bestandes der Graphischen Sammlung aus jener vielschichtigen Epoche wider, die vom Klassizismus über Romantik, Naturalismus und Realismus bis zum Beginn der Moderne reicht.

Foto: Norbert Miguletz

Von Wilhelm von Kobell, Josef Anton Koch, Carl Philipp Fohr, Carl Blechen, Carl Rottmann, Carl Morgenstern, Moritz von Schwind, Hans von Marées, Wilhelm Leibl, Adolf von Menzel, Max Liebermann und Wilhelm Busch spannt sich der Bogen mit Künstlern wie Max Klinger, Ferdinand Hodler, Paula Modersohn-Becker, Lovis Corinth und Käthe Kollwitz bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Max Liebermann, Sechs nähende höllendische Mädchen vor einer Hauswand, um 1887.

Deutlich wird zugleich die ganze Bandbreite grafischen Schaffens vom Skizzenbuchblatt, Bleistiftstudien über Gemäldevorzeichnungen und großformatige Freskokartons bis hin zu selbständigen, weit ausgearbeiteten und farbig gefassten Werken.

Auch eine wunderbare Zeichnung von Ferdinand Hodler ist in der Ausstellung vertreten. Foto: Norbert Miguletz

Der besondere Reichtum der Graphischen Sammlung des Städel Museums an Zeichnungen des 19. Jahrhunderts geht unter anderem auch auf Johann Friedrich Städel zurück. Die Exponate entstammen teilweise noch den persönlichen Beständen des Museumsgründers. Obwohl sich Städel vorwiegend für die Zeichenkunst des 16. und 17. Jahrhunderts interessierte, machte seine Sammelleidenschaft auch vor Zeitgenossen, wie Franz Kobell, nicht halt.

Käthe Kollwitz, Kauernde Mutter, die ihr Kind an sich drückt, um 1899.

Die beiden ehemaligen Museumsleiter des Städel Philipp Veit und Johann David Passavant unterhielten persönliche Beziehungen zu vielen führenden Künstlern, insbesonders den Nazarenern und den Romantikern. In ihrem intimen, mit hohem Qualitätsbewusstsein verbundenen Verständnis der zeitgenössischen Kunst erwarben sie Blätter, die aus heutiger Sicht künstlerisch und konzeptionell Schlüsselwerke ihrer Epoche sind.

Die unterschiedlichen Exponate zeigen auch die Fülle und Vielfalt des Bestandes der Graphischen Sammlung aus der Zeit. Foto: Norbert Miguletz

Die zweijährige Forschungsarbeit an dem Projekt von Dr. Marianne von Manstein wurde durch die Stiftung Gabriele Busch-Hauck, Frankfurt am Main, gefördert.

Die Ausstellung „Freiheit des Sehens. Zeichenkunst von Kobell bis Corinth aus dem Städel Museum“ ist noch bis28. Mai 2012in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung zu sehen.

 

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