Ohne Schublade

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Fünf Fragen an Zsolt Horpácsy, Dramaturg der Oper Frankfurt

Am Samstag findet mit der „Nacht der Kammermusik – Die Oper Frankfurt zu Gast im Städel Museum“ die zweite Veranstaltung im Rahmen der Städel-Nächte statt. Dabei werden Städel-Meisterwerke vom Mittelalter bis zur Gegenwart in einen erfrischenden Dialog mit Musik und Gesang gebracht. Wir stellten dem Dramaturgen der Oper Frankfurt Zsolt Horpácsy im Vorfeld fünf Fragen.

Bei der „Nacht der Kammermusik – Die Oper Frankfurt zu Gast im Städel Museum statt“ erwartet die Besucher des Städel ein besonderer Abend. Worauf kann sich das Publikum freuen?
In sechs verschiedenen kammermusikalischen Formationen können die Besucher des Städel-Museums an diesem Abend Mitglieder unseres Opernstudios sowie Instrumentalisten des Frankfurter Opern- und Museumorchesters in fünf Ausstellungsräumen erleben. Die Programme der einzelnen, ca. 20 minütigen Konzerte präsentieren Höhepunkte und spannende Ausgrabungen der Kammermusik- bzw. Liedliteratur aus vier Jahrhunderten.

Nach welchen Kriterien wurden die Städel-Werke und die Musikstücke ausgesucht?
Die meisten Werke korrespondieren mit bedeutenden Exponaten der Städel-Sammlung. Zum Beispiel: Das Horus-Ensemble wird vor Giovanni Battista Tiepolos Die Heiligen der Familie Crotta venezianische Barock-Komponisten spielen. Bei der räumlichen Zuordnung der Kompositionen haben wir spannende Kontraste und indirekte, assoziative Verbindungen zwischen den aufgeführten Stücken und den Gemälden angedacht. Natürlich haben wir während der Programmredaktion und der Einteilung der Aufführungsorte auch praktische Aspekte (wie z.B. Akustik, Raumgröße, Sicherheitsmaßnahmen) berücksichtigen müssen.

Was sind die Herausforderungen eines Konzerts in einem Museum im Unterschied zu einem Konzertsaal?
Wir werden an diesem Abend ein wanderndes Publikum begrüßen dürfen: Die Zuschauer können sich die „Mini“-Konzerte und die Wege durch die fabelhafte Sammlung des Städel spontan und frei aussuchen. Die Herausforderung bei der Auswahl der Programme und der Räumlichkeiten bestand darin, dass ein Teil der Konzerte wiederholt wird, damit die begeisterten Liebhaber der Kammermusik (fast) alle Formationen erleben können, wenn sie – möglichst zügig – die Ausstellungsräume wechseln.

Bei einigen Stücken werden auch historische Instrumente verwendet. Welche sind das und was ist die Besonderheit?
Neben dem bereits erwähnten italienischen Programm des Horus Ensembles wird das Ensemble „Clarimonia“ mit dem Motto Von „Aufklärung“ zu „Empfindsamkeit“ ein faszinierendes Programm zur Musik eines Epochenwandels auf Barockklarinetten, Clarinetti d’amore und klassischen Bassetthörnern präsentieren.

Haben Sie selbst ein Lieblingskunstwerk in der Sammlung des Städel?
Ein kleines Gemälde mit großer Zauberkraft: Henri Rousseau Die Allee im Park von Saint-Cloud, 1907/08.

 „Nacht der Kammermusik – Die Oper Frankfurt zu Gast im Städel Museum“, Samstag,24. März 2012, 20 bis 24 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Eintritt: 22 Euro, ermäßigt 18 Euro

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