Bewegte Bilder

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Katharina Sieverdings Steigbilder I und III (1997) in der Film-Reihe „Kunst nach 1945“

Die Fotografin Katharina Sieverding zählt zu den wichtigsten deutschen Gegenwarts-Künstlerinnen. Seit der Übergabe von 220 Werken aus der DZ BANK Kunstsammlung bereichern zwei ihrer zentralen Werke aus dem Jahr 1997 die Städelsche-Sammlung: „Steigbild I“ und „Steigbild III“ zeigen radiologisch durchleuchtete Schädelskelette, die mit Bildern eines speziellen medizinischen Bluttests überlagert werden. Die Fotografien, die in ihrem Entstehungsjahr auf der Biennale in Venedig gezeigt wurden, machen einen ganzen Makrokosmos im menschlichen Mikrokosmos sichtbar. In unserer Film-Reihe „Kunst nach 1945“ stellt Sieverding ihre Steigbilder vor.

Die 1944 in Prag geborene Künstlerin arbeitet seit 1975 mit großformatigen Fotografien. Zu Beginn ihrer Karriere beschäftigte sich die Schülerin von Joseph Beuys hauptsächlich mit der seriellen Auseinandersetzung von Identität. In zahlreichen Variationen lichtete Sieverding ihr eigenes Gesicht ab und überblendetet es mit asiatischen Masken oder mit dem Gesicht ihres Lebenspartners und Künstlers Klaus Mettig. Anschließend interessierte sie sich für medizinische Methoden und deren bildgebenden wissenschaftlichen Verfahren, zu denen auch die Steigbilder gehören. Die Künstlerin lebt und arbeitet seit 1964 in Düsseldorf.

Gudrun Herz war die letzten eineinhalb Jahre als Pressereferentin für Städel und Liebieghaus unter anderem für die Redaktion des Städel Blogs zuständig. Mit Beginn ihres Mutterschutzes wechselt sie nun auf die Leserseite des Blogs.

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