Hinter den Kulissen

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Kunst im eigenen Tempo: 1 Audioguide, 1000 Möglichkeiten

Im Zuge der Museumserweiterung hat sich im Städel Museum viel verändert. Auch im Bereich Vermittlung gibt es zahlreiche Neuerungen, die wir Euch auf dem Städel Blog vorstellen möchten. Der neue Audioguide verspricht Orientierung auf dem Weg durch 700 Jahre Kunst. Aber wer denkt, auf herkömmliche Weise von einem Werk zum nächsten geschickt zu werden, kennt noch nicht die zahlreichen Variationsmöglichkeiten des Guides. Vielmehr kann man sich mit dem Audioguide am Ohr und ausgehend von eigenen Interessen und Stimmungen auch ganz selbstbestimmt durch die Sammlung bewegen. Zwischen offen angelegten Führungen und vorgegebenen Touren mit verschiedenen Themenschwerpunkten erlebt jeder Besucher seine ganz individuelle „Tour“, die er bei jedem Besuch neu kombinieren kann.

Für einen individuellen Rundgang steht mit dem Audioguide ein Informationsmedium mit diversen Wahlmöglichkeiten zur Verfügung, so dass jeder Museumsbesuch immer wieder neu gestaltet werden kann. Foto: Marc Jacquemin

Ein zorniger Schrei, verführerisches Flüstern, zarte Musik oder Kampfgeräusche: Was sich zunächst wie die Geräuschkulisse eines spannungsreichen Hörspiels anhört, ist Teil des neuen Angebots der Städel-Audioguides. Die Touren unter dem Motto „Kunst und ich“ beinhalten weniger wissenschaftliche Informationen zu den Bildern des Museums. Vielmehr laden sie den Hörer in eine Welt der Sinneseindrücke ein: Sanfte Klänge oder Dissonanzen lassen zum Beispiel in der Tour „Verrückt nach Liebe“ die ganze Bandbreite der Gefühle von Liebestaumel bis Seelenschmerz nachempfinden. Melancholie und Nachdenklichkeit bestimmen die Auswahl zum Thema „Verlieren und Trauern“:

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Kritische Geister wählen vielleicht eher die Audio-Tour „Provokation Gegenwartskunst“ und werden dort überrascht, dass man bestimmte Werke auch ganz anders betrachten kann. Wer wiederum dem „Reiz des Bösen“ nicht widerstehen kann, wird vor Rembrandts „Blendung“ Zeuge des letzten Aufbegehrens Simsons gegen seine Peiniger:

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Und wenn das Interesse an diesem Bild dann geweckt ist, sollte man zu „Das ganze Städel“ wechseln. Hier können einzelne Bilder individuell angewählt werden, um sich in diese nach Lust und Laune zu vertiefen. Hinter grundlegenden Texten zu mehr als 250 Kunstwerken verbergen sich umfangreiche Informationen zu verschiedenen Aspekten der Kunst- und Kulturgeschichte, Erläuterungen zum Material oder Bezüge zu Frankfurt.

Wer allerdings nicht viel Zeit für einen ausgiebigen Museumsbesuch hat und dennoch die wichtigsten Werke der Sammlung kennen lernen möchte, ist mit der von Städel-Direktor Max Hollein gesprochenen Highlight-Tour gut bedient:

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Foto: Marc Jacquemin

Und auch die kleinsten Besucher können mit dem Audioguide das Museum erkunden: Der Schauspieler Rufus Beck, der bereits Harry Potter seine Stimme lieh, stellt in dieser Audio-Tour auch bei Kindern beliebte Bilder vor, wie zum Beispiel den in der römischen Campagna liegenden Goethe oder aber auch Meisterwerke wie Picassos Fernande Olivier:

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Mit seinem Audioguidesystem hat das Städel Museum ganz neue Maßstäbe gesetzt: Die Vielfalt der Möglichkeiten lädt die Besucher dazu ein, mit jedem Museumsbesuch – sei es allein, mit dem Partner oder der Familie –  einen tiefer gehenden Einblick in die Sammlung zu gewinnen und neue Aspekte der Kunst zu entdecken.

Der Audioguide ist für 4 Euro an der Kasse des Museums erhältlich. Die Entwicklung dieses innovativen und umfassenden Audioguide-Angebotes wurde von der Fazit-Stiftung und der Familien-Schultz-Frentzel-Stiftung gefördert.

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