Unser Buch des Monats: Michael Hauskellers Essayband "Was ist Kunst?"

Unser Buch des Monats: Michael Hauskellers Essayband “Was ist Kunst?”

Michael Hauskeller veranschaulicht mit seinen Essays, dass die Frage, was Kunst ist, die Menschen seit der Antike bis heute beschäftigt – und, dass es viele verschiedene Kunstauffassungen gibt. So sann schon vor 2500 Jahren der große Philosoph Platon über den Kunstbegriff nach und überlegte, was das Schöne ist und wie es zu erschaffen sei. Er glaubte sogar: „Wenn es etwas gibt, wofür es zu leben lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen“. Dabei hatte er jedoch nicht Kunstwerke der Malerei, Musik oder Bildhauerei vor Augen, sondern Werke des Geistes. Nur dieser konnte durch seine Reflexionskraft die sogenannte Schau der Ideen, das Gute, das Schöne, ja sogar das Wahre sehen.

Kunsttheorie: Einmal von schön bis hässlich

Theodor Adorno, Vertreter der Frankfurter Schule, hatte viele Jahre später ein gänzlich anderes Kunstverständnis. Für ihn konnte Kunst aufgrund der Schrecken des Zweiten Weltkrieges nicht mehr schön sein. Er war der felsenfesten Überzeugung, dass „in einer Welt, aus der die Farbe verschwunden ist, (…) Kunst nur finster und schwarz sein kann. Soweit zeitgenössische Kunst noch in farbenfroher Buntheit schwelgt, disqualifiziert sie sich. Mit dem Wahren, Schönen und Guten kann man sich in einer pervertierten Welt nur noch beflecken.“

Von der Zeitung ins Buch

Entstanden sind Michael Hauskellers Essays für das Feuilleton der Frankfurter Rundschau. Der damalige Chef des Feuilletons, Peter Iden, bat Hauskeller darum, kurz und bündig sowie in „allgemeinverständlicher Sprache und doch philosophisch anspruchsvoll die wichtigsten Position der Ästhetik von den Anfängen bis heute darzustellen.“ Das – und die Veranschaulichung der Erkenntnis, dass das Kunstverständnis mit dem Zeitgeist geht – ist Hauskeller gelungen.

Michael Hauskeller, Was ist Kunst? Positionen der Ästhetik von Platon bis Danto
C.H. Beck, 10. Auflage 2013
109 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-406-65709-2
8,95 Euro
erhältlich im Museumsshop